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6. Heidelberger Drachenbootcup
Am 23.07.2011 sollte uns bei
unserer ersten Teilnahme am Heidelberger Drachenbootcup nun
der erste Podestplatz bei einer Regatta in der Geschichte der
Rhein-Neckar-Dragons gelingen. Die Regattastrecke auf dem
Neckar bei Heidelberg ist ca. 250 Meter lang, und es wird
stromaufwärts gefahren. Da die Leistungsbeschreibung für die
Sportklasse recht anspruchsvoll formuliert war, haben wir uns
in der Fun-Mixed Kategorie angemeldet, was gegenüber den
reinen Fun-Teams etwas unfair war. Die Darmstädter
Dragonhearts, die Fu-Fighters aus Freistett und die Rheinauer
Hafendrachen taten dies ebenso. Damit waren die Mitstreiter
für die Podestplätze klar definiert. Die restlichen 28
Startteams kannten wir nicht und konnte daher auch deren
Leistungsstärke nicht einschätzen. Einige Teams waren aufgrund
ihres Auftretens nicht zu unterschätzen. In Summe gingen in
Heidelberg 46 Teams an den Start.
Das Training in den Wochen
davor war zielorientiert auf den Erfolg über die 250 Meter
ausgelegt, der Ehrgeiz deutlich spürbar. Es wurde
unterschiedliche Schlagfrequenzen ausprobiert und trainiert,
ebenso die Besetzung der Schlagbank. Dazu hat Thomas im
Vorfeld viele Rennen von Topteams und uns analysiert und
versucht, die optimale Schlagzahl für ein 250 m Rennen zu
ermitteln.
Da wir unser Boot den
Veranstaltern der Regatta zur Verfügung gestellt haben, ist
für uns die Startgebühr entfallen. Um die Vorbereitungen auf
das Wochenende optimal zu gestalten, haben wir unser Boot
bereits am Mittwoch nach Heidelberg gebracht. In diesem Zuge
haben wir die letzte Trainingseinheit vor dem Wochenende auf
der Rennstrecke durchgeführt. Dies hatte den Vorteil, dass wir
uns mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut machen konnten.
Wir sind mit 21 Paddlern und 2
Trommlerinnen angetreten, um die optimale Teamleistung zu
erreichen und einzelnen PaddlerInnen die Möglichkeit der
Regeneration durch Aussetzen eines Laufes zu bieten. Ein
weiterer Grund dafür war auch, das wir wie bei den letzten
Regatten wieder Rennneulinge im Boot hatten, die im Juni /
Juli unseren Anfängerkurs erfolgreich belegt hatten.
Der Rennmodus des
Drachenbootcups sieht vor, dass jedes Team alle drei Läufe
fährt. Je besser die Platzierung in den ersten beiden Läufen,
umso besser der Platz. Im ersten Lauf entscheidet sich die
Teilnahme am Halbfinale mit der Möglichkeit der Qualifikation
für das Finale um Platz 1 – 4.
Dieser Modus hieß für unseren
Plan, wir müssen unseren ersten Lauf gewinnen, ansonsten: Aus
derTraum. Entsprechend hoch waren die Nervosität vor dem Start
und der Druck auf das Team. Ein Team aus unserem Vorlauf sah
sehr professionell aus, was den Druck nochmals erhöht. Wir
gewannen den Lauf souverän mit einer Bootslänge Vorsprung und
qualifizierten uns damit für den entscheidenden Halbfinallauf,
der uns ins Finale bringen kann. Nach dem überlegenen Laufsieg
entspannte sich die Atomsphäre im Teamlager deutlich.
Nach einer langen Pause sind
wir dann das Halbfinale gefahren. Da wir generell einen sehr
hohen Frauenanteil im Boot haben, war es uns möglich, andere
Teams mit „pausierenden“ Frauen auszuhelfen. Die Laufgegner
waren deutlich ernster zu nehmen als imVorlauf, da alle diesen
gewonnen hatten. Die ersten 3 Boote lagen bei der Zieleinfahrt
nur wenige Zentimeter auseinander, so dass es uns nicht
möglich war, unsere Platzierung zu sehen. Wir erreichten mit
wenigen Zentimeter Vorsprung den 2. Platz im Halbfinale und
qualifizierten uns damit für das Finale. Die Realisierung
unseres Vorhabens stand nun nichts mehr im Wege.
Die vier Boote im Finallauf waren die Profiteams im Starterfeld, sprich die Dragonhearts, die Fu-Fighters, die Rheinauer Hafendrachen und wir. Wir hatten im Finale die Bahn eins, welche aufgrund der Strömungsverhältnisse einen Vorteil bietet. Von einigen Teams wurden wir daher zum Favoriten erklärt. Diesen Vorteil der Strömung konnten wir nicht ganz nutzen und fuhren in einem spannenden Finale auf den 3.Platz. Der Abstand zu den erstplatzierten Hafendrachen und zu den Fu-Fighters auf dem zweiten Platz haben wieder nur wenige Zentimeter ausgemacht. Die Dragonhearts waren uns auch nur um wenige Zentimeter unterlegen.
Wir haben unser Mindestziel
mit dem 3. Platz erreicht und den Zuschauern im Finallauf
einspannendes Rennen geboten.
Bei uns machte sich nach dem
Rennen und der Bekanntgabe der Platzierungen Enttäuschung
breit. Die beidenTeams vor uns hatten wir in diesem Jahr
bereits geschlagen, so dass wir uns zusammen mit dem Vorteil
der Bahn 1 Chancen auf den Sieg ausgerechnet hatten.Mit etwas
Abstand kam dann die Freunde über den 3. Platz auf.

Für uns ein toller Samstag,
bei dem wir durch unsere Platzierung unser Selbstbewusstsein
stärken und den ersehnten Pokal mit nach Hause nehmen konnten.
Ein Bericht von Sylvia K.
