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Unser Trainingslager am Gardasee 2011
Nachdem das Trainingslager im letzten Jahr ein voller Erfolg war und die Basis für die bisher erfolgreichste Saison der Rhein-Neckar-Dragons legte, ginges dieses Jahr in der Woche nach Ostern wieder an den Gardasee. Der Altrheindrache hat sein Quartier an einer schicken und selbstgebauten Boje - Danke an Martin für den Bojenkörper - auf dem Gardasee bezogen. Die Teilnehmer haben es sich im Zelt, VW-Bus, Wohnmobil, Villa oder einem Mobilhome auf dem Camping Le Palme in Pacengo, am südöstlichen Teil des Sees zwischen Lazise und Peschiera, gemütlich gemacht.
Die
Anreise der Teilnehmer hat sich in diesem Jahr über einige
Tage erstreckt, wobei der Haupanreisetag der Montag war. In
diesem Jahr nahmen 18 Paddler inkl. Steuermann sowie eine
Trommlerin zuzüglich 5 Personen Fanclub sowie 2 Kinder und
Hunde am Trainingslager teil. Bei den aktiven Teilnehmern
handelte es sich um eine Steigerung von 50 % gegenüber dem
Vorjahr.
Der
Anstieg der Teilnehmer kann mit der Aussage von Harald am
besten erklären, der im Vorjahr leider kurzfristig absagen
musste. „Ich habe ein Jahrlang den Enthusiasmus nicht recht
verstehen mögen, den glasigen Glanz in Euren Augen nicht
deuten können, wenn die Sprache auf den Gardasee kam. Jetzt
gehöreich zu den Eingeweihten“.
Das
Boot wurde wieder von Thomas und Karin gezogen, Holger und ich
sind dem Gespann unauffällig gefolgt. Die Fahrtzeit für die
knapp 800 km hat ohne Staus ca. 11h betragen, was alle im
Konvoi ziemlich schlauchte. Die Vorbereitungen zum ersten
Training wurden noch am Abend getroffen, so dass das Boot
bereits ersten Kontakt mit dem Wasser aufnehmen konnte.
Aufgrund dieses Umstandes haben wir pünktlich am Dienstag mit
dem Training beginnen können. Das Drachenboot war nicht das
einige Boot, das die lange Reise über die Alpen auf dem Hänger
angetreten hat. Es gingen noch ein Vereinkanadier und vier
Seekajaks mit an den Gardasee. Wir hatten vom letzten Jahr
gelernt und haben den Kanadier fürs Holen und Bringen des
Drachenbootes zur Boje eingesetzt.

Nach einer Trainingseinheit zum Eingewöhnen ging es dann um die Verbesserung der Technik und Kondition. Einige Teilnehmer hatten seit letztem Herbst nicht mehr im Drachenboot gepaddelt. Gewöhnlich standen zwei Trainingseinheiten am Tag auf dem Programm. Trotz der zwei Trainingseinheiten pro Tag kam das Rahmenprogramm nicht zu kurz. Es gab Gelegenheiten zum Teambuilding, Besuch des Marktes in Lazise, der Gardaseeumrundung im Cabrio, Faulenzen, Kajaktouren, Radtouren, Ausflug nach Verona, Venedig oder Sirmione.
In
diesem Jahr sind wir nicht nur optisch aufgefallen, sondern
vor allem auch akustisch. Der Altrheindrache inkl. Besetzung
war schon lange nicht mehr zusehen, doch dank dem Einsatz
unserer Trommlerin Nadine noch sehr gut hörbar. Um nicht der
Lärmbelästigung bezichtigt zu werden, haben wir die Trommel
mit einer Decke ausgestopft. In der Nähe hatte diese Maßnahme
einen Supereffekt erzeugt. Die Trommel war im Boot auf den
letzten Bänken kaum noch hörbar, dafür in der Ferne fast
unverändert. Der Hauptvorteil war, die Schlagleute sind nicht
mehr fast taub aus dem Boot gestiegen. Für Nadine war es
ebenso eine sehr gute Gelegenheit, das Trommeln zu trainieren
und Sicherheit auf dem Trommlerstuhl in schwierigem Wasser zu
erlangen. Durch den Wind war der See sehr aufgewühlt. Einmal
waren wir bei Nieselregen im gefühlt ausgestorbenen Lazise
während der Pause auf einer 10 km Trainingseinheit Eis essen,
als beim Ablegen von der Promenade aus dem Nichts sich eine
neugierige Menschentraube ansammelte.
Ein
„Publikumsmagnet“ waren wir auch, als wir unser Drachenboot am
Steg des Campingplatzes festbanden. Mit dem festgebunden Boot
ließen sich sehr gut die Paddler mit auf Video aufnehmen, um
die Technik zu analysieren und Verbesserungspotenzial
auszumachen. Es saßen immer vier Paddler im Boot und waren
voll konzentriert, technisch extrem sauber zu paddeln und das
Blatt an der übernächsten Bank einzustechen. In dem
festgebunden Boot zu fahren, und sei es auch nur für 60
Schläge am Stück, ist sehr anstrengend. Die Analyse der
Technik war sehr aufschlussreich, zumindest für mich. Ich
konnte genau sehen, wo es noch Verbesserungspotenzial gibt und
was zu verändern ist. Daran wir ab jetzt gearbeitet.
Da das Boot fixiert war, haben wir zum Abschluss eines langen Trainingstags den Spaß nicht zu kurz kommen lassen und unsere kaum noch vorhandenen Kräfte im Tauziehen gemessen. Tauziehen in einem Drachenboot funktioniert wie folgt: Zwei Mannschaften mit jeweils vier Paddlern sitzen sich gegenüber und versuchen das Bootüber eine Markierung zu paddeln.
Zum
Abschluss unserer Trainingslager haben wir in unserer letzten
Trainingseinheit nochmals ein Tauziehen veranstaltet. Dieses
Mal sind 6 Frauen gegen 4 Männer gefahren. Das erste Rennen
ging sehr knapp an die Mädels, da es bei den Herren zu
Irritationen im Boot kam und man zu früh das Paddeln
einstellte. Gegen die zweite Herren-Mannschaft haben die Damen
sehr souverän gewonnen.
Danach
ging es daran, das Boot auf den Hänger zu legen und zu
vertäuen und das Zubehör im Vereinsbus zu verstauen. Am
Sonntag ging es dann wieder nach Hause. Dieses Mal ist der
Vereinbus hinter Thomas und Karin hergefahren und hat
aufgepasst, dass auch unser Boot unbeschadet den Weg über die
Alpenzurückfindet.
Die
Tage waren mit Training und Rahmenprogramm gut ausgefüllt. Es
ging meist in Kleingruppen zu den unterschiedlichsten
Ausflugszielen in der Umgebung. Genutzt wurde zur Erreichung
der Ziele alles - vom Fahrrad, Kajak, Cabrio, Vereinsbus über
Taxi zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Abends wurde in
geselliger Runde zusammengesessen, sich über alles Mögliche
unterhalten und der Gemeinschaftssinn gestärkt. An zwei
Abenden wurde gemeinsam grillt. Ein Pastabuffet gab es am
letzten Abend.

Das
Wetter war alles andere als ein Traum und den Erfahrungen von
Holger und mir entsprechend. Von Sonnenschein über Bewölkung,
Wind und Regen bis hin zum Gewitter wurde alles aufgeboten.
Die Temperaturen waren gefühlt ca. 5 Grad kühler als das
Thermometer anzeigte.
Hoffentlich
wird daraus eine schöne Tradition und werden wir 2012 wieder
ins Trainingslager aufbrechen.
Im Namen aller Teilnehmer vielen Dank an unseren Teamcaptain für die tolle Organisation dieser schönen Woche am Gardasee.
Ein Bericht von Sylvia K.
